Operation Ton #8 aus Sicht von: Frank Tentler

141009_frank_tentlerExtra für Euch aus dem Netz gefischt. Ein Kommentar von Frank Tentler zu Operation Ton #8, nachzulesen auf FB oder hier:

Operation Ton ist ungewöhnlich. Du kommst an, ziemlich hektisch, da nicht genügend gebahnt wird und du zeitlich hinten liegst, irrst durch St. Pauli, vorbei an brüllendem Stadion, das quasi mitten auf einem Flohmarkt steht, vorbei an der Roten Flora werden Erinnerungen hochgespült und du fragst sich insgeheim, wie sollst du mit dieser antikapitalistischen alten Liebe vor Augen einen Marketing-Vortrag halten, kommst an, wirst umwerfend herzlich empfangen, kriegst eine alte Musik-Kassette mit deinem Namen umgehangen, irrst durch ein dunkles Treppenhaus lila Leinen folgend der monotonen Stimme entgegen, die etwas von Popeltransportern in graugelben Bildern erzählt, stehst da, während deine Vortragszeit längst begann und fragst dich, ob der Sprecher Drogen genommen hat, bis du merkst, der ist grossartig, wie er von seinen Filmen erzählt und das Publikum schwerst lachend ihn ovationiert, wirst im dunklen Raum “Moinsen!”-mässig umarmt und weisst gar nicht, was du denen nach dieser Show von Social Web und Werbe-Trallala erzählen willst, hast dann als erstes ein Kinderbild deiner Pferde auf dem Rechner und lässt es stehen, als schon alle wieder sitzen und du wie ein DJ ausgestrahlt in das Schemenpublikum zwischen deinen Blümchen schaust und dich erinnerst, wie heftig die Reaktionen auf deinen Vortrag beim letzten Mal waren, da fallen dir die ersten Worte nicht ein und du hast, ja, noch nie vorher gespürt, Lampenfieber…

…du stellst fest, dass es ein geiles Gefühl ist und denkst dir, mal sehen, was passiert und während du die ersten Folien balanciert, routieren in deinem Kopf die Bilder, die du vermitteln willst und das Publikum geht mit, hört zu, verdreht die Augen, nickt, tuschelt auf die Bühne zeigend mit den Nachbarn, will das Pferdebild noch einmal sehen und gutiert es jedes Mal mit einem “Hach!”, du willst sie in den Schlund des Werbemonsters führen, gleichzeitig sie beschützen und alle lebend davon kommen lassen mit ihrer Kreativität, Liebe und Authentizität, oder wie dieses blöde Wort für einfach echt sein auch immer lautet, dann ein Hupen, Ende der ersten Runde, denkst du, willst ein wenig Luft schnappen und deine Empathie sagt dir, dass du ein wenig gut gesäat hast, aber vieles viel zu gross, zu dumm und zu unehrlich für diese Menschen ist und sie eigentlich die Finger von diesem Ring lassen sollten, der sie mit der Zeit mächtig machen wird, aber ihre Seele zu sehr verschattet, doch es war nicht die erste Runde, sondern die letzten 5 Minuten und Fragen kommen und du überlegst sie nicht so zu beantworten, wie du es sonst machst, nicht so überzeugend, mehr Raum für Kreativität, eigene Welten, Scheisse, möchtest du brüllen, nehmt diese Werkzeuge und hebt die Welt aus den Angeln. Zeigt, dass eure Kunst der Held ist, eure Musik die Heldin, die den Screen-Zombis die abgefaulten Ohren nachwachsen lässt.

Irgendwie sage ich das auch, oder hoffe, dass ich so verstanden werde.

Im Zug heim und in meine Realität denken sich die Gedanken weiter und wenn ich meinen Job und das, was ich damit mache nicht so sehr liebte, wäre das einer der Tage, an denen ich morgen was anderes machen würde.

Danke, Operation Ton MacherInnen!
Ihr zahlt eure SprecherInnen mies, aber ihr seid jeden Euro wert, denn man bei euch nicht bekommt.
Ihr seid jeden Kilometer wert, den man an einem Tag von morgens bis abends im Zug zurück legt, um 2 Stunden bei euch sein zu dürfen.

Danke und ich hoffe auf bald wieder.

In Liebe,
Frank”

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Operation Ton sagt Dankeschön!

Operation Ton 2014Ihr lieben Gabelnudeln! Hier kommt ein dickes Dankschön an Euch alle, die ihr bei Operation Ton  wart! An alle Journalisten, allen voran Birgit Reuther und Miriam Mentz, die sich für uns auf die Schiene geworfen haben! An die Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler, die uns Wertschätzung und Perspektiven entgegengbrachte, an unsere Schirmherrin Anja fürs Schaffnern, an alle Künstler und Referenten (m/w), die lange Anreisen und kleine Honorare in Kauf nahmen und uns so inspirierten, dass wir sie gar nicht wieder nach Haus lassen wollten, an alle Helferlein, die fleißig Kopf und Kraft einsetzten, an Jannes Vahl und die Tourtagebuchleser für Performance und Bier, an Ralf vom Unerhört Festival, der das Operation Ton Kino möglich machte. Dank aber auch an alle Partner und an den RockCity Freundeskreis, der die besten Förderer der Stadt hat! Wir freuen uns Euch mitteilen zu dürfen, dass wir diesen Blog hier nicht wieder in den unverdienten Winterschlaf senden, sondern ihn ganzjährig mit Musikinfos aus Hamburg füllen, die Euch informieren, inspirieren und irritieren werden.  Bis dahin: Nächster Aufschlag hier: STAGE LAB!

Alles musst Du selber machen: Operation Ton!

141106_fotosalonSlogans für Einkaufstaschen zu finden is gar nicht so einfach, denn irgendwie sind die immer bescheuert. “Hamburg ist ein Projekt von RockCity” gefiel uns am besten, gleich nach “Blauwerden statt Rotwerden”, aber wir haben uns dann doch für etwas kompatibles entschieden. “Her mit der Utopie!” ist ja unser Lebensmotto, also nix wie rauf damit! Die RockCindies tun “Keep Hamburg Weird”, also auch gut. “Good Shit From Hamburg” haben wir dann für die Zugereisten unter Euch machen lassen. Alles öko, alles leicht und in s/w, ohne PINK, okay? Wofür? Morgen geht es doch los! Alle schön um 13.30h da sein, damit wir um 14.00h mit Operation Ton, der Festivalkonferenz, die dem akustischen Kapital Beinchen macht, beginnen können! Es wird herrlich! Sei dabei!  Hicks…